Musicboard-Berlin > Awareness > Diversität in der Musicboard-Förderung

Die Beteiligung und Teilhabe aller Menschen an Popkultur ist zentrales Anliegen des Musicboards. Es vertritt einen bewussten und wertschätzenden Umgang mit Diversität und hat es sich zur Aufgabe gemacht, vielfältige Perspektiven und Identitäten abzubilden und zu fördern. Für das Musicboard ist Diversität nicht nur ein schönes Schlagwort. Es ist Teil unseres Mission Statements, ein maßgebliches Querschnittsthema in unserer Arbeit und vor allem eine Haltung: Das Musicboard steht für eine für alle zugängliche Musikszene Berlins, die Raum bietet für die Vielschichtigkeit der Stadt. Wie wir dieses Ziel konkret in unseren Fördertätigkeiten verfolgen, erfahren Sie hier.

WAS VERSTEHEN WIR UNTER DIVERSITÄT?

Diversität steht für einen wertschätzenden und bewussten Umgang mit kultureller Vielfalt und vielfältigen Identitäten. Dies bedeutet gleichzeitig die Vermeidung und den Abbau struktureller Ausschlüsse und Diskriminierungsformen. Das Musicboard erachtet Diversität als wesentlichen Faktor einer lebendigen Popkultur und als Grundlage für ungewöhnliche und neuartige künstlerische Ausdrucksweisen und Formate.

WAS VERSTEHEN WIR UNTER BARRIEREFREIHEIT UND INKLUSION?

Barrierefreiheit heißt, dass alle Menschen ungeachtet ihrer Fähigkeiten uneingeschränkt und selbstbestimmt Zugang zu allen Bereichen des Lebens haben können. Inklusion meint das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe, unabhängig von individuellen Bedürfnissen, Geschlecht, sozialen oder ökonomischen Voraussetzungen. Sowohl Maßnahmen zur Barrierefreiheit als auch die Förderung der Inklusion sind in den Förderaktivitäten des Musicboards bedacht. Das Musicboard will:

  • die aktive Teilhabe von Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen bei der Produktion von Kunst und Kultur stärken.
  • die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen als Nutzer:innen von Kultur stärken.
  • Barrierefreiheit als Qualitätsmerkmal von Kulturorten vermitteln und umsetzen.

WELCHE ROLLE SPIELT DIVERSITÄT IN UNSERER FÖRDERUNG?

Diversität in der Förderung wird sowohl über inhaltliche Förderschwerpunkte – wie etwa der Förderung von Frauen*, nicht-binären sowie queeren Personen, BIPoC (Black, Indigenous, People of Colour) und Menschen mit Behinderung – verfolgt, als auch über konkrete Förderregularien.

Zum einen legt das Musicboard Wert darauf, Projekte zu fördern, die sich inhaltlich mit vielfältigen Perspektiven auseinandersetzen und diskriminierungskritische Plattformen bieten für marginalisierte Identitäten und Gruppen im Pop. Beispiele hierfür sind die in der Vergangenheit geförderten Projekte HI FREAKS des RambaZamba Theaters und Inklusion rockt! des Handiclapped Kultur Barrierefrei e. V. sowie die Veranstaltungsreihen Dümtek des gleichnamigen Berliner Kollektivs, PANDAwomen des PANDA e. V. oder Bohemian Strawberrys Ich Brauche Eine Genie.

Zum anderen koppelt das Musicboard Förderungen an konkrete Vorgaben für Fördernehmer:innen, die für Diversität sensibilisieren und Prozesse strukturell anstoßen. In unseren Programmen Festivalförderung, Pop im Kiez und Karrieresprungbrett Berlin werden Antragsteller:innen unter anderem dazu aufgefordert, geschlechtergerechte und diverse Line-Ups und Maßnahmen zur Barrierefreiheit in ihren Projekten umzusetzen.

Maßnahmen zur Barrierefreiheit können dabei vielfältig sein und sich je nach Projekt an unterschiedlichen Zielgruppen ausrichten, wie zum Beispiel:

  • der Beschilderung barrierefreier Eingänge, sanitärer Anlagen oder Fluchtwege einer Veranstaltungsstätte für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
  • dem Bereitstellen von Informationen in Leichter oder einfacher Sprache im Webauftritt eines Projekts für Menschen mit mit Leseschwierigkeiten
  • der Untertitelung digitaler Talks oder Panels auf Englisch und Deutsch für Menschen mit Hörbeeinträchtigung

Unverzichtbar ist es, Expert:innen in eigener Sache in die Planung einzubeziehen und die Zielgruppe der Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv anzusprechen. Personal- und Sachkosten zur barrierefreien Gestaltung geplanter Vorhaben können in der Projektförderung des Musicboards beantragt werden.

Über die Förderung hinaus bietet das Musicboard Qualifizierungsangebote an, in der Geförderte und Interessierte beispielsweise für eine barrierearme Veranstaltungsplanung sensibilisiert und geschult werden. Hierzu hat das Musicboard Berlin einen Berater:innen-Pool initiiert, um Expert:innen in eigener Sache zu vermitteln. Die Webseite des Musicboard stellt zudem eine Übersicht an Fachberatungsstellen und Leitfäden bereit, die weitere Informationen zu den Themen Awareness und Antidiskriminierung sowie der barrierefreien Gestaltung von Räumen und Veranstaltungen bieten.

WELCHE INTERNEN MASSNAHMEN ERGREIFT DAS MUSICBOARD, UM DIVERSITÄT ZU FÖRDERN?

Das Musicboard stellt sicher, dass die eigenen Jurys und Gremien geschlechtergerecht und divers aufgestellt und für die vom Musicboard gesetzten Themen sensibilisiert sind. Im Programm Stipendien und Residenzen, in dem Musiker:innen und Bands direkt gefördert werden, wird in den Juryentscheidungen auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis von mindestens 50 Prozent Frauen*, nicht-binären sowie queeren Personen geachtet.

Das Musicboard erhebt zudem regelmäßig Daten unter den Geförderten um eine diversitätssensible Förderung zu gewährleisten. Die erhobenen Daten werden jährlich in den Musicboard Jahresberichten publiziert.

Das Team des Musicboard bildet sich regelmäßig fort, um insbesondere intersektionale Perspektiven in der eigenen Arbeit zu verankern und selbstkritisch zu reflektieren. Im Rahmen eines Beschwerdemanagements werden in individuellen Diskriminierungsfällen im Kontext der Fördertätigkeiten des Musicboards neutrale Expert:innen hinzugezogen, um einen angemessenen Umgang im Sinne der betroffenen Personen gewährleisten zu können.

Das Musicboard vertritt die Auffassung, dass Betroffene als Expert:innen in eigener Sache ihre Perspektiven selbst repräsentieren sollten. So arbeiten wir regelmäßig mit Initiativen zusammen, wie etwa Music Women* Germany, dem Sozialheld:innen e. V., dem Deutschen Gehörlosen-Bund e. V., der Clubcommission Berlin, dem Handiclapped – Kultur Barrierefrei e. V. und Diversity Arts Culture als Berliner Projektbüro für Diversitätsentwicklung.

POP-KULTUR FÜR ALLE

Pop-Kultur ist ein Raum für alle. Das vom Musicboard Berlin veranstaltete, interdisziplinäre und inklusive Musikfestival fördert durch künstlerische Formate, dass kulturelle Identitäten aufeinandertreffen und Diversität durch kreative Mittel sichtbar gemacht wird. Es möchte als Best Practice-Festival Awareness und neue Standards schaffen für Barrierefreiheit und Inklusion in der popkulturellen Festivallandschaft. Durch eine barrierearme und sensibel gestaltete Infrastruktur soll das Festivals insbesondere von Gästen mit Behinderung als sichere Umgebung wahrgenommen werden. Weitere Informationen zu Awareness und Barrierefreiheit im Rahmen des Pop-Kultur Festivals erhalten Sie hier.

Pop-Kultur Festival 2019 – 21 Downbeat (Foto: Andi Weiland)
Pop-Kultur Festival 2019 – 21 Downbeat (Foto: Andi Weiland)
Pop-Kultur Festival 2020 – Talk – Do it Yourself: African Music Festivals (Foto: Camille Blake)
Pop-Kultur Festival 2020 – Talk – Do it Yourself: African Music Festivals (Foto: Camille Blake)
PPop-Kultur Festival 2019 – Kulturlots:innen für Gäste mit besonderen Bedürfnissen (Foto: Camille Blake)
Pop-Kultur Festival 2019 – Kulturlots:innen für Gäste mit besonderen Bedürfnissen (Foto: Camille Blake)