Los Angeles: Villa Aurora

letzte Antragsfrist 1.3.2020

KONTAKT
Maureen Noe

maureen.noe@musicboard.berlin
T +49 (0)30 288 787 88

1 Überblick

In Kooperation mit dem Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. vergibt das Musicboard eine dreimonatige Residenz in der Villa Aurora in Los Angeles, USA an eine:n Berliner Popmusiker:in. Als etablierte Künstler:innenresidenz bietet die Villa Aurora sowohl Raum für interdisziplinären Austausch als auch die Arbeit an eigenen künstlerischen Projekten. Die Residenz in der Villa Aurora richtet sich an Künstler:innen aller Sparten der Popmusik, das heißt aller Genres und Spielarten, die nicht eindeutig der klassischen und Neuen Musik oder dem Jazz zugeordnet werden können. Das umfasst auch jegliche Formen der genreübergreifenden und experimentellen Popmusik. Die Residenz eignet sich aufgrund der Netzwerkmöglichkeiten vor Ort insbesondere für Musiker:innen, die im Bereich Film tätig sind.

2 Voraussetzungen

Antragsberechtigt sind:

  • Solomusiker:innen mit Wohn- und Schaffensmittelpunkt Berlin
  • Musiker:innen aller Genres der Popmusik, die durch besondere kreative Leistungen hervortreten und professionell arbeiten
  • Musiker:innen, die über ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Eigeninitiative verfügen
  • Musiker:innen, die aufgeschlossen sind für interdisziplinären Austausch

3 Zeitraum

Aufenthalt in Los Angeles: 3 Monate im 1. Quartal des Jahres 2021

Die Residenzdauer ist festgelegt, sie kann nicht verkürzt werden. Der genaue Zeitraum wird in Absprache zwischen der Kooperationspartner:in und dem:der ausgewählten Musiker:in festgelegt.

4 Residenzort

Die Villa Aurora war in den 1940er Jahren die Heimat des Schriftstellers Lion Feuchtwanger und seiner Frau Marta während ihres US-amerikanischen Exils. Als Zufluchtsort vor der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime wurde die Villa Aurora zu einem Treffpunkt deutschsprachiger Emigrant:innen in Los Angeles. Die Feuchtwangers veranstalteten dort regelmäßig Lesungen, Konzerte und Empfänge. Zu den Gästen gehörten Thomas und Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Bruno Frank, Charlie Chaplin, Franz Werfel und Alma Mahler-Werfel, Hanns Eisler, Ernst Toch und viele weitere Künstler:innen und Intellektuelle. Seit 1995 wird die Villa Aurora als Künstler:innenresidenz betrieben und dient als Ort des kulturellen Lebens und internationaler Begegnung.

Neben den Resident:innen des Musicboards beherbergt die Villa Aurora ganzjährig weitere Stipendiat:innen aus ganz Deutschland der Sparten Bildende Kunst, Film, Komposition, Literatur und Performance. Als Residenzort schafft sie einen Raum für interdisziplinären Austausch. Neben Kooperationsmöglichkeiten im Kunstbereich bietet ein Aufenthalt in der Villa Aurora gute Netzwerkmöglichkeiten zu der Musikszene in Los Angeles. Vor Ort gibt es einen schalldichten Raum, in dem musiziert und Aufnahmen gemacht werden können. Eine Auswahl an technischem Equipment ist verfügbar. Neben einem Flügel verfügt die Villa außerdem über eine Hausorgel.

5 Leistungen

Das Musicboard übernimmt:

  • die Kosten für An- und Abreise, Unterkunft, Verpflegung sowie Arbeits- oder Proberaum
  • einen einmaligen Projektkostenzuschuss

6 Bewerbung

Folgende Unterlagen sind auf Deutsch oder Englisch ausschließlich über das digitale Antragsformular einzureichen, das über den Button am Ende dieser Seite zu erreichen ist:

  • Ausgefülltes Antragsformular
  • Motivationsschreiben
    inklusive Darstellung und Begründung des geplanten künstlerischen Vorhabens im Rahmen der Residenz, maximaler Umfang von zwei A4-Seiten
  • Künstlerischer Lebenslauf
    inklusive Nachweise vergangener Auftritte, Veröffentlichungen und Kooperationen mit anderen Künstler:innen, zum Beispiel in Form von Links, grafischen Belegen oder Screenshots
  • drei Musikbeispiele
    einzureichen als mp3-Upload
  • Scan der Meldebestätigung oder des Personalausweises (Vorder- und Rückseite)
    aus dem der Wohnort Berlin hervorgeht
  • für Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern: Passkopie
    inklusive der Blätter zu Aufenthaltstitel, Aufenthaltsdauer und erlaubter Tätigkeit

Antragsteller:innen können sich pro Förderrunde auf mehr als eine Residenz bewerben, indem sie im Residenz-Antrag mehrere Optionen angeben. Es muss zwingend pro angegebenem Residenzort ein aussagekräftiges Motivationsschreiben verfasst werden.

Nur vollständige Unterlagen können bearbeitet bzw. berücksichtigt werden. Alle Angaben werden vertraulich behandelt und dienen ausschließlich Entscheidungs- beziehungsweise Förderungszwecken. In die Veröffentlichung einzelner relevanter Daten im Falle der Förderung wird mit Antragstellung eingewilligt.

7 Auswahlverfahren

Die Residenzen werden durch die Musicboard Berlin GmbH auf Empfehlung einer für drei Jahre berufenen, unabhängigen Jury aus Expert:innen und Kenner:innen der Berliner Musikszene sowie in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa vergeben. Seit dem Jahr 2020 ist für das Programm Stipendien & Residenzen folgende Jury berufen:

  • Elia Rediger
    Musiker und Kurator der Reihe ›Aus dem Hinterhalt‹, Deutsche Oper Berlin
  • Julia Lorenz
    Musikjournalistin und Autorin
  • Katja Lucker
    Geschäftsführerin Musicboard Berlin GmbH
  • Pamela Owusu-Brenyah
    A&R, Musikberaterin und Kuratorin Pop-Kultur Festival
  • Sarah Farina
    DJ und Produzentin

Kurzinformationen zu den Jurymitgliedern finden Sie hier.

8 Häufige Fragen

Häufige Fragen zu den Residenzen haben wir hier gesammelt. Bei den vorliegenden Angaben handelt es sich um allgemeine, nicht rechtsverbindliche Auskünfte, die eine Betrachtung des Einzelfalles nicht ersetzen. Gerne beantworten wir weitere, konkrete Fragen zum Förderprogramm telefonisch oder per Mail. Wir bitten Sie diese FAQs und die weiteren Infos auf dieser Webseite aufmerksam zu lesen, bevor Sie uns kontaktieren. Wir weisen zudem auf das kostenlose Angebot der Kulturförderberatung von Kreativ Kultur Berlin hin, das Kulturakteur:innen aller Sparten bei der Suche nach Förderung unterstützt sowie Tipps zur Antragstellung und einen Antragscheck bereitstellt.

Was heißt Wohn- und Schaffensmittelpunkt Berlin?
Residenzen vergibt das Musicboard ausschließlich an Musiker:innen, die ihren Wohnort und Schaffensmittelpunkt in Berlin haben. Nachzuweisen ist der Wohn- und Schaffensmittelpunkt Berlin durch die entsprechende Meldebescheinigung oder Personalausweiskopie (beide Ausweisseiten). Die Nationalität der Musiker:innen spielt keine Rolle. Für antragstellende Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern gilt aber, dass zusätzlich zur Berliner Meldebescheinigung auch eine Passkopie inklusive der Blätter zu Aufenthaltstitel, Aufenthaltsdauer und erlaubter Tätigkeit einzureichen ist. Bitte beachten Sie, dass die Meldung in Berlin in allen Fällen amtlich nachgewiesen sein muss, Mietverträge und Ähnliches reichen als Nachweis nicht aus. Wir bitten von der Einreichung solcherlei Unterlagen mit sensiblen Personendaten abzusehen.
Ich habe als Künstler:in bereits einen anderen Antrag beim Musicboard gestellt. Kann ich mich dennoch für die Residenz bewerben?
Grundsätzlich ist es möglich, dass Musiker:innen mehrfach gefördert werden. Pro Förderrunde können sich Antragsteller:innen auf mehr als eine Residenz bewerben, indem sie im Residenz-Antrag mehrere Optionen angeben. Es muss zwingend pro angegebenem Residenzort ein aussagekräftiges Motivationsschreiben verfasst werden. Anträge ohne Motivationsschreiben können nicht bearbeitet werden. Es ist ebenfalls möglich sich gleichzeitig für ein Stipendium und eine Residenz zu bewerben. In diesem Fall sind zwei separate Anträge einzureichen. In der Regel wird die Jury aufgrund der hohen Anzahl an Bewerbungen innerhalb einer Förderrunde nur ein Vorhaben pro Künstler:in zur Förderung empfehlen.
Wie muss mein Motivationsschreiben gestaltet sein?
In ihrem Motivationsschreiben sollten Bewerber:innen in maximal 2 Seiten Text darlegen, wieso sie sich auf die Residenz bewerben und welches künstlerische Vorhaben sie im Rahmen der Residenz umsetzen möchten. Aus dem Motivationsschreiben sollte hervorgehen, dass der:die Antragsteller:in sich mit dem künstlerischen und kulturellen Kontext und dem Profil des Residenzorts auseinandergesetzt hat. Bei Bewerbung auf mehrere Residenzorte muss zwingend pro ausgewähltem Residenzort ein aussagekräftiges Motivationsschreiben verfasst werden. Anträge ohne Motivationsschreiben können nicht bewertet werden. Das Dokument kann auf Englisch oder Deutsch eingereicht werden.
Wie muss mein künstlerischer Lebenslauf gestaltet sein?
Für den künstlerischen Lebenslauf geben wir bewusst keine Form vor, da künstlerische Karrieren vielfältig sind. Die Darstellung kann tabellarisch, in Textform, als Biographie oder in Form eines Portfolios erfolgen. Es empfiehlt sich, Meilensteile der künstlerischen Karriere mit aufzuführen, zum Beispiel Veröffentlichungen, besondere Auftritte, Auszeichnungen, Residenzaufenthalte, künstlerische Kollaborationen oder die Zusammenarbeit mit Partner:innen aus dem musikwirtschaftlichen Bereich (Labels, Agenturen oder Ähnliches). Um diese zu belegen sind Nachweise etwa in Form von Weblinks, grafischen Belegen oder Screenshots hilfreich, aber nicht bei jedem einzelnen kleinen Punkt erforderlich. Das Dokument kann auf Englisch oder Deutsch eingereicht werden.
Welche Songs kann ich als Musikbeispiele einreichen, gehen auch Demos?
Es sollten drei Songs sein, die Sie und Ihre Kunst repräsentieren. Das müssen nicht zwingend die neuesten Songs sein, oder die, an denen man im Rahmen des beantragten Vorhabens arbeiten möchte. Demos können auch eingereicht werden. Je nach Qualität der Demos kann es sinnvoll sein, auch 1 bis 2 ältere ausproduzierte Werke einzureichen.
Ich habe Fragen zur Barrierefreiheit der Residenz – an wen kann ich mich wenden?
Wir möchten unser Residenzprogramm zugänglich für alle und so inklusiv wie möglich gestalten. Für Fragen, Anliegen und Anregungen stehen wir jederzeit zur Verfügung. Bei besonderen Bedürfnissen oder Fragen zur Barrierefreiheit der Residenz wenden Sie sich bitte gerne vor Antragstellung für eine persönliche Beratung an Maureen Noe: maureen.noe@musicboard.berlin.de.
Wann genau ist die Antragsfrist?
Die Antragsfrist der Residenz ist am 1. März um Mitternacht 00:00 Uhr in der Nacht zum 2. März. Bis zu diesem Zeitpunkt können Anträge online eingereicht werden und sind damit fristgerecht eingereicht. Der Antrag ist eingegangen, sobald nach erfolgreichem Absenden des Antrags ein pdf zum Download erscheint. Dieses ist erst nach positivem Juryvotum unterschrieben postalisch einzureichen. Wir empfehlen genug Zeit für den Upload der Antragsunterlagen einzuplanen und den Antrag nicht kurz vor knapp zu stellen. Die Uploadgeschwindigkeit unseres Servers kann sich aufgrund erhöhten Traffics verlangsamen. Wir empfehlen zudem nicht die Verwendung von Google Chrome als Browser. Sollten weitere technische Probleme bei der Einreichung auftreten, machen Sie bitte einen Screenshot, speichern einen Entwurf des Antrags und benachrichtigen Sie uns umgehend per E-Mail an: maureen.noe@musicboard.berlin.de
Was sind die Auswahlkriterien der Jury und wann werde ich über die Entscheidung informiert?
Die Jury empfiehlt in erster Linie nach künstlerischer Qualität der Arbeit, Erfolgschancen und Schlüssigkeit des vorgestellten Vorhabens. Die Projektidee sollte sinnvoll sein für die Entwicklung und Karriere des:der Antragsteller:in. Dies wird im Motivationsschreiben herausgearbeitet. Bei den Förderentscheidungen wird darauf geachtet die Diversität der Berliner Musikszene abzubilden. Das Musicboard und die berufene Jury legen großen Wert auf Inklusion und ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Mit der Bekanntgabe der Juryentscheidung ist etwa 4 bis 6 Wochen nach Antragsfrist zu rechnen. Die Antragsteller:innen werden per E-Mail informiert. Zu- und Absagen werden gleichzeitig verschickt. Das Musicboard ist nicht verpflichtet die Entscheidung zu erläutern. Ein Anrecht auf Förderung besteht nicht.

Der Antragszeitraum für das Jahr 2021 hat geendet. Über die Ausschreibung der Musicboard Residenzen im Jahr 2022 informiert das Musicboard in seinem Newsletter.

Außenansicht der Villa Aurora in Los Angeles bei strahlend blauem Himmel. Die Schatten der Bäume und Palmen vor dem großzügigen, herrschaftlichen Gebäude werden Schatten auf die vor der Villa liegende Parkanlage.
Los Angeles – Villa Aurora (Foto: Mirko Lux)
Villa Aurora – historische Ansicht (Foto: Villa Aurora)
Villa Aurora – historische Ansicht (Foto: Villa Aurora)