Jury: Stipendien und Residenzen

Förderungen werden durch die Musicboard Berlin GmbH auf Empfehlung einer unabhängigen Jury aus Expert*innen und Kenner*innen der Berliner Musikszene sowie in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vergeben. Jurymitglieder werden in der Regel für eine Dauer von drei Jahren berufen. Aktuell setzt sich die Jury für die Programme Stipendien und Residenzen wie folgt zusammen:

EBRU »EBOW« DÜZGÜN

Ebow ist eine facettenreiche Künstlerin, die bisher vier Alben veröffentlicht hat. Diese Alben vereinen thematisch Gesellschaftskritik, Queerness und Feminismus. Ihr neuestes Werk, das Album ›Canê‹, wurde unter ihrem eigenen Musiklabel Alvozay veröffentlicht, das sie im Jahr 2020 gründete. Unter Alvozay hat sie nicht nur Musikfestivals veranstaltet, sondern auch in Zusammenarbeit mit Arte im Rahmen des Formats Square eine kurze Dokumentation zum Thema ›Safer Spaces in der Clubkultur‹ gedreht. Des Weiteren managt Ebow gemeinsam mit ihrer Labelkollegin Tmnit Ghide auf Alvozay neue aufstrebende Künstlerinnen. Sie ist außerdem Mitglied des musikalischen Kollektivs Gaddafi Gals, mit dem sie im Jahr 2022 ihr zweites Studioalbum veröffentlichte. Neben ihrer musikalischen Karriere engagiert sich Ebow auch im Film- und Serienbereich. Unter der Regie von Helene Hegemann hatte sie bereits ihre erste Hauptrolle in einem Film.

MARIT POSCH

Marit Posch ist Strategin und Beraterin mit über 20 Jahren Erfahrung an der Schnittstelle von Kultur, Technologie und gemeinwohlorientiertem Unternehmertum. Sie arbeitet mit Künstler*innen, Marken und zweckorientierten Unternehmen daran, Ideen in klare Strategien, belastbare Strukturen und effiziente Prozesse zu überführen. Als Gründerin von GERMAN BULLDOZER und colorburst records sowie durch leitende Rollen bei Monkeytown Records, IDOL und melino verbindet sie Profilschärfung, Narrativentwicklung, operative Steuerung und Fundraising. Sie entwickelt strukturelle Grundlagen und Arbeitsmodelle, die kreativen und gesellschaftlich ausgerichteten Projekten langfristige Stabilität sichern.

MELANIE GOLLIN

Melanie Gollin ist ausgezeichnete Musikjournalistin für Text und Audio in Berlin und gibt den musikjournalistischen Newsletter ZWISCHEN ZWEI UND VIER heraus. Ihr Schwerpunkt: Geld und Gerechtigkeit in der Musikindustrie – wie kann ein Weg in eine finanziell sichere, nachhaltige und kreativ lohnenswerte Zukunft für alle Beteiligten aussehen? Ansonsten kennt sie sich sehr gut mit Liedern aus, in denen es nicht um Liebe geht.

PEER STEINWALD

Peer Steinwald ist Senior Director Creative Services bei Budde Music, einem der größten Indie-Musikverlage Europas. Er hat internationale Songwriter*innen und Künstler*innen wie den US-Hip-Hop-Produzenten Oddisee, den für den Latin Grammy nominierten brasilianischen Superstar Liniker, die schwedische Rockband Mando Diao und die norwegische preisgekrönte Musikerin und Produzentin Fay Wildhagen unter Vertrag genommen. Zu seinen Schwerpunkten gehört die kreative Zusammenarbeit mit internationalen Verlagspartnern wie Mushroom oder Beggars Music, mit den Katalogen legendärer Künstler wie John Lennon, Elvis Presley oder Dave Brubeck sowie mit Label-Verlagen wie Kompakt, Toy Tonics und Philophon. Als Executive Producer hat Peer eine Reihe von Aufnahmen entwickelt. Das letztjährige Tribute-Album für den Gitarristen Doc Watson, auf dem sowohl neue Talente als auch Country-Musik-Ikonen wie Dolly Parton zu hören sind, erhielt eine Grammy-Nominierung. Er hält regelmäßig Vorträge an Hochschulen und auf Konferenzen über die kreativen Möglichkeiten des Verlagswesens. Peer ist Mitglied des Global Advisory Board von Music Norway. Bevor er 2011 zu Budde Music kam, arbeitete er in den Bereichen Kulturpolitik und Sponsoring sowie PR für klassische Musik.

YANNICK NIANG

Yannick Niang ist freiberuflicher Musikjournalist, Moderator, Podcaster, DJ, A&R-Scout und Content Creator. Für DIFFUS arbeitete er an verschiedenen Fronten in der Redaktion, er betreute den Social Media Kanal redaktionell für ›Das Ist Deutschrap‹ (das offizielle Panini-Stickerheft) und verwirklichte in unterschiedlichsten Konstellationen analoge und digitale Inhalte für Labels, Künstler*innen und Plattformen. Auch wenn er primär im Hiphop verankert ist, hat er ein Ohr für jede Art von Musik und versucht in seiner Arbeit oft seine Leidenschaft für Sound für anderer erfahrbarer zu machen.

YEŞIM DUMAN

Yeşim Duman ist als Kuratorin beim Pop-Kultur-Festival Berlin tätig und zeichnet sich als Veranstalterin verschiedener queerer Reihen aus, darunter »Erdogay«, »Bubble« oder »Queer Ping Pong«. Ihr Schwerpunkt liegt auch auf partizipativen Veranstaltungsformaten wie dem »Queer Chess Club« und »Karaokee Xpress« im Maxim Gorki Theater in Berlin. In ihrer Arbeit beleuchtet Duman Themen wie Queerness, soziale Ausgrenzung und die Situation von weiblichen und nicht-binären Künstler*innen in der Pop- und Clubkultur aus der Perspektive einer postmigrantischen Person. Sie kuratiert Talks wie »Let’s talk about gender, habibi«, »Tops or Bottoms« und »Wish you were queer« und engagiert sich als Mitglied der Plattform female:pressure für mehr Inklusion von weiblich gelesenen Personen in der Musik- und Kulturszene. Duman ist außerdem Mitglied des Musikbeirats des Goethe-Instituts. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Jury
Portraits der Jurymitglieder Ebru und Marit
Ebru »Ebow« Düzgün (Foto: Marko Mestrovic), Marit Posch (Foto: Jakob Weiß)
Portraits der Jurymitglieder Melanie und Yannick
Melanie Gollin (Foto: Annekatrin Schulz), Yannick Niang (Foto: Maïscha Souaga)
Portraits der Jurymitglieder Peer und Yesim
Peer Steinwald, Yesim Duman (Foto: Dorothea Tuch)