Dresden: HELLERAU

letzte Antragsfrist 15.7.2021

KONTAKT
Maureen Noe

maureen.noe@musicboard.berlin
T +49 (0)30 288 787 88

1 Überblick

In Kooperation mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste vergibt das Musicboard Berlin zwei dreiwöchige Inlandsresidenzen an Berliner Solomusiker:innen, Duos, Gruppen oder Bands aus dem popkulturellen, interdisziplinären Bereich. Die Residenzen in HELLERAU, Dresden bieten eine internationale, kollaborative und interdisziplinäre Arbeitsatmosphäre. Neben der Arbeit an eigenen künstlerischen Projekten bestehen Möglichkeiten der Vernetzung mit der lokalen Szene sowie weiteren Künstler:innen aus den Bereichen Tanz, Theater, Performance, Musik und Medienkunst des international ausgerichteten Residenzprogramms von HELLERAU. Die Residenzen in HELLERAU richten sich an Künstler:innen aller Sparten der Popmusik, das heißt aller Genres und Spielarten, die nicht eindeutig der klassischen und Neuen Musik oder dem Jazz zugeordnet werden können. Das umfasst auch jegliche Formen der genreübergreifenden und experimentellen Popmusik.

2 Voraussetzungen

Antragsberechtigt sind:

  • Musiker:innen mit Wohn- und Schaffensmittelpunkt Berlin
  • Musiker:innen aller Genres der Popmusik, die durch besondere kreative Leistungen hervortreten und professionell arbeiten
  • Musiker:innen, die über ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Eigeninitiative verfügen
  • Musiker:innen, die aufgeschlossen sind für interdisziplinären Austausch

3 zeitraum

Es werden zwei Residenzen mit einer Dauer von jeweils drei Wochen im Herbst/Winter 2021 angeboten. Die Zeiträume sind festgelegt, sie können nicht verkürzt oder verschoben werden. Es ist möglich, sich für beide Zeiträume zu bewerben. Residenz I eignet sich für Solokünstler:innen, Duos, Gruppen oder Bands (maximal 3 Personen). Residenz II eignet sich für Solokünstler:innen oder Duos. Die Präsenz der Resident:innen in Dresden während des gesamten Residenzzeitraums ist erforderlich.

Residenz I: 1-3 Personen / 08.11. – 29.11.2021
Residenz II: 1-2 Personen / 29.11. – 19.12.2021

4 residenzort

HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste ist eine Bühne für interdisziplinäre Koproduktionen und Gastspiele in Dresden. HELLERAU fördert Debatten zu Kunst und Gesellschaft mit thematischen Schwerpunkten, Festivals und diversen Publikumsformaten. Im Rahmen seines Residency-Programms schafft HELLERAU Möglichkeiten zur künstlerischen Forschung, zur Vertiefung von Arbeitsweisen und der Entwicklung von Projekten.

Während der Residenz stehen den Künstler:innen Einzelapartments mit Gemeinschaftsküche, verschiedene Arbeitsstudios und ein großer Garten zum Proben, Experimentieren und Trainieren zur Verfügung. Nach Bedarf können die Resident:innen vor Ort technische Unterstützung erhalten. Im Haus befindet sich kein dauerhaftes Tonstudio und es ist begrenzt technisches Equipment verfügbar, HELLERAU bietet jedoch in Absprache mit den Residenzkünstler:innen verschiedene Räumlichkeiten, die entsprechend ausgestattet und genutzt werden können. Während der Residenzen werden die Künstler:innen von Mentor:innen bei der Entwicklung des eigenen Vorhabens und künstlerischen Werdegangs unterstützt und erhalten durch diese Zugang zu relevanten Netzwerken. Zudem erwartet die Resident:innen ein vielfältiges Programm auf der Bühne von HELLERAU.

Es besteht die Möglichkeit vor Ort entstandene Musikprojekte oder auch Kollaborationen bei Bandstand 2022 zu präsentieren. Das HELLERAU-Musikformat Bandstand ist als jährlich im Februar stattfindendes Festival der lokalen Bandszene zu einem festen Termin bei Musikinteressierten aus Dresden und Umgebung geworden. 2022 öffnet sich Bandstand für neue Medien, neues Publikum und neue Horizonte und schreibt die Produktion von experimentellen Musikvideos aus, die im Rahmen einer Musikvideo-Show aus dem Festspielhaus gesendet werden.

5 leistungen

Das Musicboard übernimmt:

  • die Kosten für An- und Abreise, Unterkunft, Projekt- und Proberaum, Mentoring, den Besuch von Veranstaltungen in HELLERAU sowie die Betreuung durch technisches Personal und die Bereitstellung von Equipment
  • ein wöchentliches Stipendium in Höhe von 250 Euro pro Person
  • einen einmaligen Projektkostenzuschuss in Höhe von 500 Euro pro Residenz

6 bewerbung

Folgende Unterlagen sind auf Deutsch oder Englisch ausschließlich über das digitale Antragsformular einzureichen, das über den Button am Ende dieser Seite zu erreichen ist:

  • Ausgefülltes Antragsformular
  • Motivationsschreiben
    inklusive Darstellung und Begründung des geplanten künstlerischen Vorhabens im Rahmen der Residenz, maximaler Umfang von zwei A4-Seiten
  • Künstlerischer Lebenslauf
    inklusive Nachweise vergangener Auftritte, Veröffentlichungen und Kooperationen mit anderen Künstler:innen, zum Beispiel in Form von Links, grafischen Belegen oder Screenshots
  • drei Musikbeispiele
    einzureichen als mp3-Upload
  • Scan der Meldebestätigung oder des Personalausweises (Vorder- und Rückseite)
    aus dem der Wohnort Berlin hervorgeht, bei Bands ist der Nachweis des antragstellenden Bandmitglieds ausreichend
  • für Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern: Passkopie
    inklusive der Blätter zu Aufenthaltstitel, Aufenthaltsdauer und erlaubter Tätigkeit, bei Bands ist der Nachweis des antragstellenden Bandmitglieds ausreichend

Antragsteller:innen können sich pro Förderrunde auf mehr als eine Residenz bewerben, indem sie im Residenz-Antrag mehrere Optionen angeben. Es muss zwingend pro angegebenem Residenzort ein aussagekräftiges Motivationsschreiben verfasst werden.

Nur vollständige Unterlagen können bearbeitet bzw. berücksichtigt werden. Alle Angaben werden vertraulich behandelt und dienen ausschließlich Entscheidungs- beziehungsweise Förderungszwecken. In die Veröffentlichung einzelner relevanter Daten im Falle der Förderung wird mit Antragstellung eingewilligt.

7 auswahlverfahren

Die Residenzen werden durch die Musicboard Berlin GmbH auf Empfehlung einer für drei Jahre berufenen, unabhängigen Jury aus Expert:innen und Kenner:innen der Berliner Musikszene sowie in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa vergeben. Seit dem Jahr 2020 ist für das Programm Stipendien & Residenzen folgende Jury berufen:

  • Elia Rediger
    Musiker und Kurator der Reihe ›Aus dem Hinterhalt‹, Deutsche Oper Berlin
  • Julia Lorenz
    Musikjournalistin und Autorin
  • Katja Lucker
    Geschäftsführerin Musicboard Berlin GmbH
  • Pamela Owusu-Brenyah
    A&R, Musikberaterin und Kuratorin Pop-Kultur Festival
  • Sarah Farina
    DJ und Produzentin

Kurzinformationen zu den Jurymitgliedern finden Sie hier.

8 Häufige Fragen

Häufige Fragen zu den Residenzen haben wir hier gesammelt. Bei den vorliegenden Angaben handelt es sich um allgemeine, nicht rechtsverbindliche Auskünfte, die eine Betrachtung des Einzelfalles nicht ersetzen. Gerne beantworten wir weitere, konkrete Fragen zum Förderprogramm telefonisch oder per Mail. Wir bitten Sie diese FAQs und die weiteren Infos auf dieser Webseite aufmerksam zu lesen, bevor Sie uns kontaktieren. Wir weisen zudem auf das kostenlose Angebot der Kulturförderberatung von Kreativ Kultur Berlin hin, das Kulturakteur:innen aller Sparten bei der Suche nach Förderung unterstützt sowie Tipps zur Antragstellung und einen Antragscheck bereitstellt.

Was heißt Wohn- und Schaffensmittelpunkt Berlin?
Residenzen vergibt das Musicboard ausschließlich an Musiker:innen, die ihren Wohnort und Schaffensmittelpunkt in Berlin haben. Das meint im Fall von Bands, dass der überwiegende Teil ihrer Mitglieder in Berlin leben und hier ihren beruflichen Mittelpunkt haben. Nachzuweisen ist der Wohn- und Schaffensmittelpunkt Berlin von Solo-Acts durch die entsprechende Meldebescheinigung oder Personalausweiskopie (beide Ausweisseiten) sowie von Bands durch die Meldebescheinigung oder Personalausweiskopie (beide Ausweisseiten) des antragstellenden Bandmitglieds. Die Nationalität der Musiker:innen spielt keine Rolle. Für antragstellende Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern gilt aber, dass zusätzlich zur Berliner Meldebescheinigung auch eine Passkopie inklusive der Blätter zu Aufenthaltstitel, Aufenthaltsdauer und erlaubter Tätigkeit einzureichen ist. Bitte beachten Sie, dass die Meldung in Berlin in allen Fällen amtlich nachgewiesen sein muss, Mietverträge und Ähnliches reichen als Nachweis nicht aus. Wir bitten von der Einreichung solcherlei Unterlagen mit sensiblen Personendaten abzusehen
Ich habe als Künstler:in bereits einen anderen Antrag beim Musicboard gestellt. Kann ich mich dennoch für die Residenz bewerben?
Grundsätzlich ist es möglich, dass Musiker:innen mehrfach gefördert werden. Pro Förderrunde können sich Antragsteller:innen auf mehr als eine Residenz bewerben, indem sie im Residenz-Antrag mehrere Optionen angeben. Es muss zwingend pro angegebenem Residenzort ein aussagekräftiges Motivationsschreiben verfasst werden. Anträge ohne Motivationsschreiben können nicht bearbeitet werden. Es ist ebenfalls möglich sich gleichzeitig für ein Stipendium und eine Residenz zu bewerben. In diesem Fall sind zwei separate Anträge einzureichen. In der Regel wird die Jury aufgrund der hohen Anzahl an Bewerbungen innerhalb einer Förderrunde nur ein Vorhaben pro Künstler:in zur Förderung empfehlen.
Wie muss mein Motivationsschreiben gestaltet sein?
In ihrem Motivationsschreiben sollten Bewerber:innen in maximal 2 Seiten Text darlegen, wieso sie sich auf die Residenz bewerben und welches künstlerische Vorhaben sie im Rahmen der Residenz umsetzen möchten. Aus dem Motivationsschreiben sollte hervorgehen, dass der:die Antragsteller:in sich mit dem künstlerischen und kulturellen Kontext und dem Profil des Residenzorts auseinandergesetzt hat. Bei Bewerbung auf mehrere Residenzorte muss zwingend pro ausgewähltem Residenzort ein aussagekräftiges Motivationsschreiben verfasst werden. Anträge ohne Motivationsschreiben können nicht bewertet werden. Das Dokument kann auf Englisch oder Deutsch eingereicht werden.
Wie muss mein künstlerischer Lebenslauf gestaltet sein?
Für den künstlerischen Lebenslauf geben wir bewusst keine Form vor, da künstlerische Karrieren vielfältig sind. Die Darstellung kann tabellarisch, in Textform, als Biographie oder in Form eines Portfolios erfolgen. Es empfiehlt sich, Meilensteile der künstlerischen Karriere mit aufzuführen, zum Beispiel Veröffentlichungen, besondere Auftritte, Auszeichnungen, Residenzaufenthalte, künstlerische Kollaborationen oder die Zusammenarbeit mit Partner:innen aus dem musikwirtschaftlichen Bereich (Labels, Agenturen oder Ähnliches). Um diese zu belegen sind Nachweise etwa in Form von Weblinks, grafischen Belegen oder Screenshots hilfreich, aber nicht bei jedem einzelnen kleinen Punkt erforderlich. Das Dokument kann auf Englisch oder Deutsch eingereicht werden.
Welche Songs kann ich als Musikbeispiele einreichen, gehen auch Demos?
Es sollten drei Songs sein, die Sie und Ihre Kunst repräsentieren. Das müssen nicht zwingend die neuesten Songs sein, oder die, an denen man im Rahmen des beantragten Vorhabens arbeiten möchte. Demos können auch eingereicht werden. Je nach Qualität der Demos kann es sinnvoll sein, auch 1 bis 2 ältere ausproduzierte Werke einzureichen.
Ich habe Fragen zur Barrierefreiheit der Residenz – an wen kann ich mich wenden?
Die verfügbare Unterkunft sowie Probe- und Projekträume in HELLERAU befinden sich in einem Gebäude ohne Fahrstuhl. Sie sind damit nicht barrierefrei für Rollstuhlnutzer:innen zugänglich. Um unser Residenzprogramm dennoch so zugänglich für alle und so inklusiv wie möglich zu gestalten, stehen wir bei allen Fragen, Anliegen und Anregungen jederzeit zur Verfügung. Bei besonderen Bedürfnissen und weiteren Fragen zur Barrierefreiheit der Residenz wenden Sie sich bitte gerne vor Antragstellung für eine persönliche Beratung an Maureen Noe: maureen.noe@musicboard.berlin.de.
Wann genau ist die Antragsfrist?
Die Antragsfrist der Residenz ist am 15. Juli um Mitternacht 00:00 Uhr in der Nacht zum 16. Juli. Bis zu diesem Zeitpunkt können Anträge online eingereicht werden und sind damit fristgerecht eingereicht. Der Antrag ist eingegangen, sobald nach erfolgreichem Absenden des Antrags ein pdf zum Download erscheint. Dieses ist erst nach positivem Juryvotum unterschrieben postalisch einzureichen. Wir empfehlen genug Zeit für den Upload der Antragsunterlagen einzuplanen und den Antrag nicht kurz vor knapp zu stellen. Die Uploadgeschwindigkeit unseres Servers kann sich aufgrund erhöhten Traffics verlangsamen. Wir empfehlen zudem nicht die Verwendung von Google Chrome als Browser. Sollten weitere technische Probleme bei der Einreichung auftreten, machen Sie bitte einen Screenshot, speichern einen Entwurf des Antrags und benachrichtigen Sie uns umgehend per E-Mail an: maureen.noe@musicboard.berlin.de
Was sind die Auswahlkriterien der Jury und wann werde ich über die Entscheidung informiert?
Die Jury empfiehlt in erster Linie nach künstlerischer Qualität der Arbeit, Erfolgschancen und Schlüssigkeit des vorgestellten Vorhabens. Die Projektidee sollte sinnvoll sein für die Entwicklung und Karriere des:der Antragsteller:in. Dies wird im Motivationsschreiben herausgearbeitet. Bei den Förderentscheidungen wird darauf geachtet die Diversität der Berliner Musikszene abzubilden. Das Musicboard und die berufene Jury legen großen Wert auf Inklusion und ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Mit der Bekanntgabe der Juryentscheidung ist etwa 4 bis 6 Wochen nach Antragsfrist zu rechnen. Die Antragsteller:innen werden per E-Mail informiert. Zu- und Absagen werden gleichzeitig verschickt. Das Musicboard ist nicht verpflichtet die Entscheidung zu erläutern. Ein Anrecht auf Förderung besteht nicht.

Der Antragszeitraum für das Jahr 2021 hat geendet. Über die Ausschreibung der Musicboard Residenzen im Jahr 2022 informiert das Musicboard in seinem Newsletter.

Festspielhaus Hellerau (Foto: Peter R. Fiebig)
Festspielhaus Hellerau (Foto: Peter R. Fiebig)
HELLERAU – Tag des offenen Denkmals (Foto: Peter R. Fiebig)
HELLERAU – Tag des offenen Denkmals (Foto: Peter R. Fiebig)