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LABELFÖRDERUNG

letzte Antragsfrist 15.9.2021

KONTAKT
Jana Sylvester

jana.sylvester@musicboard.berlin.de
T +49 (0)30 280 467 67

1 Zweck der Förderung

Mit dem Programm Labelförderung sollen Berliner Independent Labels gefördert werden, die Berliner Nachwuchsmusiker:innen im Bereich der Popmusik durch Vermarktungaktivitäten bei ihrer professionellen Entwicklung unterstützen. Während die Förderung den Labels durch die finanzielle Unterstützung einzelner Aspekte eines Promotion- oder Marketing-Konzeptes flexibles Handeln ermöglicht, kommt den Künstler:innen die Expertise der Labels zugute. Unter Popmusik versteht das Musicboard dabei alle Genres und Spielarten, die nicht eindeutig der klassischen und Neuen Musik oder dem Jazz zugeordnet werden können. Das umfasst auch jegliche Formen der genreübergreifenden und experimentellen Popmusik.

2 Voraussetzungen

Das Programm Labelförderung fördert ausschließlich:

  • Teilbereiche oder einzelne Maßnahmen eines vom beantragenden Label nachweislich geplanten oder bereits partiell umgesetzten Vermarktungskonzeptes für eine:n Künstler:in oder Band
  • Maßnahmen, die ohne die Förderung nicht oder nicht im notwendigen Umfang umgesetzt werden können
  • Maßnahmen, die für die Zukunft geplant und noch nicht in der Umsetzung sind
  • Maßnahmen, die bis zum Ende des Jahres der Förderung abgeschlossen sind
  • Maßnahmen im Umfang von maximal 5.000 Euro
  • Maßnahmen für Künstler:innen mit Wohnsitz in Berlin

Antragsberechtigt sind dabei:

  • Labels mit amtlicher Meldung, Geschäftssitz, Niederlassung oder Betriebsstätte in Berlin. Die Rechtsform der Antragsteller:in (zum Beispiel Natürliche Person, GbR, GmbH) ist für die Entscheidung der Förderung unerheblich.
  • inhaber:innen- oder künstler:innengeführte Independent Labels im Sinne des VUT – Verband unabhängiger Musikerunternehmer:innen mit nicht mehr als 5 Prozent Marktanteil
  • Labels mit ordnungsgemäßer Geschäftsführung, welche die bestimmungsgemäße Verwendung der Mittel gewährleistet und in der Lage ist diese nachzuweisen
  • Labels, die über geeignete Vertriebsstrukturen zur Verbreitung der Produktion national oder international und einen Labelcode der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) verfügen
  • Labels, die bereits mindestens zwei Veröffentlichungen professionell abgewickelt haben

Von der Förderung ausgeschlossen sind:

  • Labels, die bereits im selben Jahr Labelförderung für eine Maßnahme derselben Künstler:in beziehungsweise Labelförderung in Höhe von 5.000 Euro zu maximal zwei Antragsfristen eines Jahres erhalten haben
  • Produktionen von zum Verkauf bestimmten Tonträgern oder Tonaufnahmen für kommerzielles Streaming – diese können durch die Künstler:innen als Projektstipendium beantragt werden
  • Gesamtmaßnahmenpakete zur Etablierung des:der Künstler:in
  • Maßnahmen, die sich vor der Bewilligung einer Förderung bereits in der Umsetzung befinden
  • Maßnahmen, die bereits aus Mitteln des Landes Berlin gefördert sind
  • Mitglieder der Jury sowie Mitarbeiter:innen des Regierenden Bürgermeisters von Berlin oder der Musicboard Berlin GmbH und deren Angehörige

3 bewerbung

Folgende Unterlagen sind auf Deutsch oder Englisch ausschließlich über das digitale Antragsformular einzureichen, das über den Button am Ende dieser Seite zu erreichen ist:

  • Ausgefülltes Antragsformular
  • Projektbeschreibung
    mit Begründung der beantragten Maßnahme
  • Nachweis vergangener Veröffentlichungen
    aus dem die professionelle Abwicklung mindestens zweier Veröffentlichungen hervorgeht
  • Nachweis unternehmerischer Professionalität
    aus dem eine ordnungsgemäße Geschäftsführung sowie notwendige Vertriebsstrukturen hervorgehen, zum Beispiel Bestätigung der Zusammenarbeit eines externen Vertriebs und Pressematerial erfolgreicher Veröffentlichungen
  • Nachweis über das Signing
    das heißt Beleg des Vertragsverhältnisses zwischen Label und Künstler:in
  • Meldebescheinigung des:der Künstler:in oder Band
    aus der der Wohnort Berlin hervorgeht
  • Darstellung des künstlerischen Werdegangs des:der Künstler:in oder Band
  • Kostenaufstellung
    aus der die Höhe der beantragten Förderung hervorgeht, ausschließlich in Form der hierfür vorgesehenen Vorlage

Nur vollständige Unterlagen können bearbeitet und berücksichtigt werden. Alle Angaben werden vertraulich behandelt und dienen ausschließlich Entscheidungs- beziehungsweise Förderungszwecken. In die Veröffentlichung einzelner relevanter Daten im Falle der Förderung wird mit Antragstellung eingewilligt.

4 Auswahlverfahren

Die Residenzen werden durch die Musicboard Berlin GmbH auf Empfehlung einer für drei Jahre berufenen, unabhängigen Jury aus Expert:innen und Kenner:innen der Berliner Musikszene sowie in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa vergeben. Seit dem Jahr 2020 ist für das Programm Labelförderung folgende Jury berufen:

  • Elia Rediger
    Musiker und Kurator der Reihe ›Aus dem Hinterhalt‹, Deutsche Oper Berlin
  • Julia Lorenz
    Musikjournalistin und Autorin
  • Katja Lucker
    Geschäftsführerin Musicboard Berlin GmbH
  • Pamela Owusu-Brenyah
    A&R, Musikberaterin und Kuratorin Pop-Kultur Festival
  • Sarah Farina
    DJ und Produzentin

Kurzinformationen zu den Jurymitgliedern finden Sie hier.

5 Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen sowohl zur Antragstellung als auch Projektdurchführung und späteren Abrechnung von Projekten haben wir hier gesammelt. Bei den vorliegenden Angaben handelt es sich um allgemeine, nicht rechtsverbindliche Auskünfte, die eine Betrachtung des Einzelfalles nicht ersetzen. Gerne beantworten wir weitere, konkrete Fragen zum Förderprogramm telefonisch oder per Mail. Wir weisen zudem auf die kostenlosen Angebote von Kreativ Kultur Berlin hin, die Kulturakteur:innen sowohl durch Direktberatungen als auch mit Tipps für die Suche nach Förderung und einem Antragscheck unterstützen.

Fragen zum Antrag

Wofür kann ich beim Musicboard Berlin Labelförderung beantragen?
Im Programm Labelförderung unterstützt das Musicboard Labels bei der Umsetzung eines größeren Vermarktungskonzeptes für eine:n Berliner Künstler:in oder Band, das sich nachweislich bereits in der konkreten Planung oder Durchführung befindet. Während beispielsweise die Single-Veröffentlichung einer Berliner Künstler:in bereits erfolgt ist oder in naher Zukunft erfolgen wird, fördert das Musicboard einzelne, im Zuge der weiteren Umsetzung notwendige Promotion- oder Marketing-Maßnahmen wie etwa die Erstellung eines Presse-Kits, die Beauftragung eines Musikvideos oder die Durchführung einer Release-Veranstaltung. Nicht förderbar ist ein gesamtes Maßnahmenpaket aus beispielsweise Presse-Kit, Musikvideo, Radio-Promotion und Release-Veranstaltung. Als Maßnahme versteht das Musicboard demnach einen konkreten, in sich abgeschlossenen Teilbereich einer Marketing- und Promotion-Strategie des Labels für eine:n bestimmte:n Berliner Künstler:in. Von der Förderung grundsätzlich ausgeschlossen sind Maßnahmen für mehrere beim Label ansässige Künstler:innen (wie etwa Compilations) sowie beim Label anfallende Kosten für Studioaufnahmen, Mixing, Mastering oder Tonträgerproduktion für zum Verkauf bestimmte Tonaufnahmen und kommerzielles Streaming. Die Förderung von Produktionskosten kann durch den:die Künstler:in als Projektstipendium beantragt werden.
Welche Summe kann ich beantragen und wie häufig ist es möglich als Label gefördert zu werden?
Die für die Maßnahme oder den Teilbereich des Vermarktungskonzeptes benötigte Fördersumme darf sich auf maximal 5.000 Euro belaufen. Es ist möglich, dass Labels pro Jahr bis zu zweimal gefördert werden, insofern der Gesamtbetrag der Förderung pro Jahr 5.000 Euro nicht überschreitet und sich die beiden Vorhaben auf zwei unterschiedliche Künstler:innen des Labels beziehen.
Mein Label hat keinen Labelcode. Kann ich dennoch einen Antrag stellen?
Die Labelförderung des Musicboards wurde im Dialog mit Berliner Independent Labels entwickelt. Der Labelcode der Gesellschaft zur Verwertung (GVL) von Leistungsschutzrechten wurde dabei als Voraussetzung der Förderung festgesetzt. Er dient als Mittel, um einen gewissen Professionalisierungsgrad und die damit einhergehenden Vertriebsstrukturen der antragstellenden Labels sicherzustellen, weshalb es leider nicht möglich ist ohne vorhandenem Labelcode einen Antrag zu stellen. Um einen Labelcode bei der GVL zu beantragen, sind einige Schritte nötig. Hilfe und einen Überblick bietet die GVL auf ihrer Webseite.
Was meint das Musicboard, wenn es unternehmerische Professionalität und zwei erfolgreiche Veröffentlichungen als Voraussetzung für eine Labelförderung voraussetzt?
Um die indirekte und qualitative Förderung des:der Künstler:in durch das Label zu gewährleisten, hat das Label die Professionalität seiner Struktur und bisherigen Tätigkeiten zu belegen. Je nach Unternehmensform und Vetriebsstruktur kann die Art des Nachweises variieren. Denkbar sind beispielsweise ein Handelsregisterauszug, die Bestätigung der Zusammenarbeit eines externen Distributors oder auch Pressematerial vergangener Veröffentlichungen. Zusätzlich muss das antragstellende Label bereits den Release von zwei entweder digitalen oder physischen Neuproduktionen abgewickelt haben. Als Neuproduktionen zählen Singles, EPs und Alben gleichermaßen.
Wie muss meine Kostenaufstellung aussehen?
Unter Formulare und Vorlagen finden Sie einen Muster Kosten- und Finanzierungsplan. Die Verwendung dieser Vorlage ist obligatorisch, selbst, wenn im Rahmen der geplanten Maßnahme lediglich ein einzelner Auftrag gedeckt wird. Grundsätzlich muss die Kostenaufstellung immer die Gesamtfinanzierung der geplanten Maßnahme realistisch abbilden, nicht aber die Gesamtfinanzierung des umfassenden Vermarktungskonzeptes oder anfallende Kosten für die Produktion eines Releases. Zur Gesamtfinanzierung der geplanten Maßnahme zählen dabei sowohl Personal- als auch Sachkosten. Bitte geben Sie alle voraussichtlichen Beträge bei der Antragstellung ohne Nachkommastellen an. Zu achten ist insbesondere auch auf die korrekte Ausweisung von Netto- oder Brutto-Beträgen je nach Berechtigung zum Vorsteuerabzug. Stellt Ihr Unternehmen Umsatzsteuer in Rechnung und führt diese ans Finanzamt ab, sind in der Kostenaufstellung ausschließlich Netto-Beträge ohne Umsatzsteuer anzugeben. Unbare Leistungen, beispielsweise im Sinne durch das Label eingebrachter Sachmittel können am Ende der Kostenaufstellung aufgelistet werden, sind jedoch nicht in die Kostenaufstellung einzurechnen. Für eine Antragstellung im Programm Labelförderung sind keine baren Sachmittel wie Einnahmen und Eigenmittel nötig. Ausführlichere Informationen zur Aufstellung eines Finanzierungsplans finden Sie im Musicboard Förderguide.
Wann genau ist die Antragsfrist?
Die Antragsfristen im Programm Labelförderung sind jährlich am 15. Februar, 15. März, 15. Juni sowie 15. September. Alle Antragsfristen sind um Mitternacht 00:00 Uhr, sprich, in der Nacht zum Folgetag. Bis zu diesem Zeitpunkt können Anträge online eingereicht werden und sind damit fristgerecht eingereicht. Der Antrag ist eingegangen, sobald nach erfolgreichem Absenden des Antrags ein pdf zum Download erscheint. Dieses ist erst nach positivem Juryvotum unterschrieben postalisch einzureichen. Wir empfehlen genug Zeit für den Upload der Antragsunterlagen einzuplanen. Sollten technische Probleme bei der Einreichung auftreten, wenden Sie sich gerne an: thalia.hertel@musicboard.berlin.de


Fragen zu Förderung und Projektstart

Wann und wie werde ich über die Entscheidung der Jury informiert?
Mit der Bekanntgabe der Juryentscheidung ist etwa 3 bis 4 Wochen nach Antragsfrist zu rechnen. Die Antragsteller:innen werden per E-Mail informiert. Üblicherweise werden mehr Anträge gestellt als Fördermittel bereitstehen, das Musicboard ist nicht verpflichtet die Entscheidung zu erläutern. Ein Anrecht auf Förderung besteht nicht.
Ich habe eine Förderzusage erhalten – was nun?
Nach Förderzusage sollten Zuwendungsnehmer:innen zunächst prüfen, ob die Maßnahme nach wie vor wie geplant zu realisieren ist. Sind weniger Fördermittel bewilligt worden als ursprünglich beantragt, müssen Zuwendungsnehmer:innen einen aktualisierten Finanzplan einreichen. Sollte es Veränderungen in der Durchführung oder dem Zeitraum der Durchführung geben, sind diese dem Musicboard verpflichtend mitzuteilen und von diesem zu genehmigen. Ist der Finanzierungsplan aktualisiert und abgestimmt, wird dieser im Rahmen des Zuwendungsvertrags für verbindlich erklärt und dem:der Zuwendungsnehmer:in gemeinsam mit einer Reihe weiterer Anlagen und Merkblätter Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (kurz: ANBest-P) zugesandt. Die Fördergelder können erst ausgezahlt werden, sobald der Zuwendungsvertrag samt weiterer Dokumente unterzeichnet an das Musicboard Berlin zurückgesandt wurde. Den Dokumenten liegt ein sogenannter Mittelabruf bei, in dem Zuwendungsnehmer:innen die Höhe der Raten mit Daten angeben können, zu denen ihnen die Förderung überwiesen werden soll. Nach Überweisung muss die Rate jeweils in den folgenden zwei Monaten verbraucht werden. Für den Abruf der Mittel muss ein eigenes Projektkonto auf den Namen des:der offiziellen Fördermittelempfänger:in eingerichtet werden.
Wann darf ich mit der Umsetzung der Maßnahme beginnen?
Mit der Umsetzung der beantragten Maßnahme darf erst begonnen werden, sobald zwischen dem Musicboard Berlin und der Antragsteller:in ein entsprechender Fördervertrag geschlossen wurde. Alternativ kann nach positivem Jurybeschluss ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn beantragt werden, auf Grundlage dessen Zuwendungsnehmer:innen auf eigenes Risiko mit der Umsetzung beginnen dürfen. Bitte berücksichtigen Sie: Ein Anspruch auf Förderung besteht erst mit Abschluss des Fördervertrags, der neben der bewilligten Zuwendung und der Finanzierungsart auch den Zeitraum zur vollständigen Durchführung und Abwicklung des Vorhabens festlegt. Die Umsetzung der geförderten Maßnahme darf grundsätzlich nicht vor dem Bewilligungszeitraum beginnen und muss innerhalb dieses Zeitraums abgeschlossen werden.
Wie stimme ich meine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit dem Musicboard ab?
In unseren vertraglichen Vereinbarungen ist geregelt, dass in sämtlichen projektbezogenen analogen wie digitalen Veröffentlichungen auf die Förderung durch die Musicboard Berlin GmbH sowohl durch Logoeinbettung als auch namentliche Nennung hinzuweisen ist. Das entsprechende Logo liegt unter Formulare und Vorlagen zur Nutzung bereit. Der Hinweis auf die Förderung lautet »gefördert durch die Musicboard Berlin GmbH«, »mit freundlicher Unterstützung durch die Musicboard Berlin GmbH« oder »funded by Musicboard Berlin GmbH«. Veröffentlichungen müssen mit dem Musicboard im Vorhinein abgestimmt werden. Gerne teilen wir auf unseren Social-Media-Kanälen Ankündigungen in Bezug auf die vom Musicboard geförderte Maßnahme Ihres Labels.
Welche Änderungen muss ich dem Musicboard anzeigen?
Grundsätzlich ist bei allen inhaltlichen und finanziellen Änderungen Kontakt mit dem Musicboard Berlin aufzunehmen. Um die Zustimmung zu den Änderungen zu erhalten, muss die Gesamtfinanzierung des Projekts gesichert sein und der Zuwendungszweck nach wie vor erfüllt werden. In aller Regel darf nur noch um 20% von den vertraglich für verbindlich erklärten Finanzplanpositionen ohne Benachrichtigung des Musicboards abgewichen werden. Sowohl über neue Positionen als auch größere Abweichungen ist das Musicboard zu informieren und um Genehmigung zu bitten.


Fragen zur Projektabrechnung

Was habe ich in meiner laufenden Buchführung zu beachten, sobald mein Projekt begonnen hat?
Sobald mit der Umsetzung der geförderten Maßnahme begonnen wurde, sind verschiedene Aspekte bei der Verwendung der Fördergelder zu beachten, die sich an den Allgemeinen Nebenbestimmungen zur Projektförderung sowie der Landeshaushaltsordnung des Landes Berlin orientieren. Alle Ausgaben, die im Rahmen des Projektes entstehen, müssen durch Originalbelege wie etwa Rechnungen, Verträge oder Kassenzettel nachgewiesen werden. Diese müssen dabei stets durch einen Zahlungsbeweis wie Kontoauszug oder Barquittung ergänzt werden. Alle Belege müssen die im Geschäftsverkehr üblichen Angaben wie Datum, Betrag, Zweck und Zahlungsempfänger:in enthalten. Für Rechnungen gelten gesetzliche Pflichtangaben über die beispielswiese die Industrie- und Handelskammer zu Berlin näher informiert.
An welche Bestimmungen habe ich mich zu halten, wenn ich Personal beschäftige oder Künstler:innen und andere Dritte mit einer Leistung beauftrage?
Das Musicboard fordert eine angemessene Bezahlung aller Projektbeteiligten, vor allem auch Musiker:innen und Expert:innen in eigener Sache. Für Personal gilt neben dem Landesmindestlohn in Höhe von 12,50 Euro pro Stunde zudem das sogenannte Besserstellungsverbot (Projektpersonal darf nicht besser bezahlt werden, als vergleichbare öffentliche Angestellte). Wenn im Rahmen Ihres Projektes Aufträge an Dritte vergeben werden, zum Beispiel für Technikanmietung oder ähnliches, sind je nach Auftragsvolumen zwingend gewisse Bestimmungen aus dem Vergaberecht zu beachten. Das meint bei Ausgaben bis zu 1.000 Euro netto einen formlosen Preisvergleich, der beispielsweise durch Internetrecherche oder telefonische Auskunft zu vermerken ist, und bei Ausgaben über 1.000 Euro netto die Einholung von mindestens drei schriftlichen Angeboten. Es ist das im Kosten-Leistungs-Verhältnis günstigste Angebot auszuwählen (nicht notwendigerweise das billigste). Die Vergabe-Entscheidungen sind immer mit ein paar Sätzen schriftlich zu dokumentieren. Bei Ausgaben für Reisen oder Übernachtungen gilt das Bundesreisekostengesetz. Detaillierte Informationen finden Sie in Ihrem Zuwendungsvertrag sowie dem Leitfaden für Verwendungsnachweise.
Welche Ausgaben kann ich nicht im Rahmen der Förderung durch das Musicboard abrechnen?
Die bewilligten Gelder dürfen grundsätzlich ausschließlich projekt- und zweckgebunden, das heißt für den geförderten Projektzweck, ausgeben werden, was am Ende des Vorhabens durch entsprechende Originalbelege detailliert nachzuweisen ist. Zuwendungsfähig sind nur Ausgaben, die erst und allein durch die Umsetzung der Maßnahme und innerhalb des entsprechenden Maßnahmenzeitraums verursacht werden. Laufende Sach- und Personalkosten des Labels, wie etwa die Bereitstellung von Stammpersonal, Versicherungen und anderer vorhandener Infrastruktur, sind im Normalfall nicht abrechenbar. Ebenfalls sind Ausgaben wie Taxifahrten und Künstler:innen-Catering nur in begründeten Ausnahmefällen zuwendungsfähig. Taxikosten können beispielsweise nur für den Transport von schwerem Equipment abgerechnet werden. Die Bewirtung von Gästen (kein Alkohol, keine Mitarbeiter:innen) ist nur in angemessener Höhe möglich und muss im Zweifelsfall mit dem Musicboard abgestimmt werden. In jedem Fall muss eine Liste der bewirteten Personen eingereicht werden.
Wie und bis wann muss ich die Umsetzung der Maßnahme meines Labels abschließen?
Die Umsetzung der geförderten Maßnahme muss innerhalb des im Zuwendungsvertrag festgelegten Projektzeitraums erfolgen. Eine Verlängerung des Projektzeitraums muss schriftlich spätestens vor Ende des gültigen Zeitraums beantragt werden. Eine Verlängerung kann nur innerhalb des Jahres der Förderung bewilligt werden. Der spätestmögliche Zeitpunkt für den Abschluss des Projektes ist der 31. Dezember des entsprechenden Jahres. Spätestens 3 Monate nach Ende des Projektzeitraums ist die Maßnahme in Form eines Verwendungsnachweises abzurechnen und fristgerecht zur Prüfung an das Musicboard Berlin einzusenden. Der Verwendungsnachweis kann in deutscher oder englischer Sprache vorgelegt werden und muss neben einem zahlenmäßigen Nachweis inklusive Belegliste auch einen Sachbericht, die Originalbelege und vollständigen Kontoauszüge im Projektzeitraum enthalten. Bitte verwenden Sie für die korrekte Gegenüberstellung Ihres als verbindlich erklärten Finanzplans und der tatsächlichen Kosten (Soll-Ist-Vergleich) lediglich die hierfür vorgesehene Vorlage. Alle Informationen zum Aufbau des Verwendungsnachweises finden Sie in unserem Leitfaden für Verwendungsnachweise. Sollten die Mittel mit Ende des Projektzeitraums ganz oder teilweise nicht für Zahlungen im Rahmen der geförderten Maßnahme benötigt werden, sind diese unverzüglich zurückzuzahlen. Bei weiteren Abweichungen von Finanzierungsplan oder Zuwendungszweck, bei fehlenden Belegen oder sonstigen Unklarheiten wird das Musicboard den:die Zuwendungsnehmer:in kontaktieren, der:die dazu verpflichtet ist alle dazugehörigen Unterlagen 5 Jahre aufzubewahren. Im schlechtesten Fall kann es zur Nichtanerkennung bestimmter Posten und zur Rückforderung von Fördermitteln kommen.

Der Antragszeitraum für das Jahr 2021 hat geendet. Informationen zur Bewerbung für 2022 werden spätestens im Frühjahr 2022 bekanntgegeben.