GIL

Foto: Pattrick Mettraux

Der eigene Körper und der haptische Affekt sind geeignete Ausgangspunkte zur Erfahrung von GILs Musik. Ebenso dienen sie ihm als Ausgangspunkte seines Arbeitsprozesses. Während die im Vorfeld seiner Debüt-Platte veröffentlichten Produktionen hauptsächlich für den Club gedachte Tracks und Edits waren, zeigt seine 2016 erschienene EP Orchids and Wasps eine deutliche, nuancierte Befragung unserer Erwartungen an tanzbare Musik und der körperlichen Reaktion auf Musik im Allgemeinen. Seine EP wurde von Aisha Devi’s Label Danse Noire veröffentlicht, während davon unabhängige Produktionen unter anderem auf Compilations von Labels wie Staycore und Mixpak erschienen. Dieser Kontrast, sowie die Gegenüberstellung seines vergangenen Trainings in modernem Tanz mit seinem Studium der zeitgenössischen klassischen Komposition, zeichnen ein passend unscharfes Bild von seinen Interessen. Ebendiese bewusste Verunschärfung zieht sich als ein Leitfaden durch GILs Musik. Kontrastierende Stimmungen und Klanglichkeiten werden nicht widersprüchlich und unabhängig komponiert, sondern vielmehr kommunizierend und ineinandergreifend. Wiedererkennbare Klänge und Gesten befinden sich eingebettet in das Ungewohnte und Nicht-Vertraute. Ekstatische Härte transformiert zu intimer Sanftheit und umgekehrt.

GIL erhält das Inlandsstipendium für die AUS DEM HINTERHALT Reihe der Deutschen Oper Berlin