Celina Bostic

Foto: Matt Frik

Als in Berlin aufwachsendes Kind einer deutschen Mutter und eines afroamerikanischen Vaters lernte Celina Bostic früh, sich den Erwartungen und Normen einer Mehrheitsgesellschaft anzupassen. Als freche, optimistische und lebensbejahende Musikerin erarbeitete sie sich einen festen Platz in der deutschen Musikszene: als Teil des Farin Urlaub Racing Teams, als Backgroundsängerin von Max Herre, Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer, als Akteurin auf Peter Fox-, K.I.Z.- oder Sarah Connor-Alben oder als Arrangeurin für Nena und Samy Deluxe. Auch wenn Celina Bostic damit bereits seit über zehn Jahren Teil des Pop-Netzwerks und ihr Debütalbum schon 2005 das Licht der Welt sah, scheint sie ihre wahre musikalische Heimat erst 2014 mit ihrem nach wie vor aktuellen Solo-Projekt und der Gründung ihres eigenen Labels Lagerfeuer-Records (Pflanz einen Baum / Roughtrade) gefunden zu haben. ›Zu Fuss‹ ist »Lagerfeuersoul mit hohem Vergnügungsfaktor« (Tagesspiegel), ein Brückenschlag zwischen Volksliedern und Soul, Humor und Melancholie, Eleganz und Großstadt-Jargon. Doch seitdem hat sich einiges verändert: Das Land ist politisch aufgeladen, von Krisen durchzogen; Celina Bostic hinterfragt ihr persönliches Handeln und musikalisches Schaffen. Ihre Arbeit an neuem Material ist mittlerweile von ernsteren und nachdenklicheren Themen, von ihrer Identität als Person of Color in Deutschland und dem Mut, Unausgesprochenes anzusprechen, motiviert. Celina Bostic ist auf der Suche, auf der Suche nach einer neuen, eindringlicheren Form des Ausdrucks.

Celina Bostic erhält 2020 eine Förderung in Höhe von 2.500 Euro für die Arbeit an ihrem kommenden Album.

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