Anthony Hüseyin

Foto: Svetlana Prigoditch

Aufgewachsen im konservativen Urfa im Südosten der Türkei und ausgebildet in den Städten Istanbul und Rotterdam sowohl in klassischem als auch in Jazzgesang, verflicht Anthony Hüseyin auf seinem 2012 erschienenen Debütalbum seine musikalischen Wurzeln mit Jazzeinflüssen. Der Ausbruch der Gezi-Proteste am Istanbuler Taksim-Platz im Frühsommer 2013 veranlasst Anthony Hüseyin zu einer musikalischen Auseinandersetzung mit den herrschenden sozialen Ungerechtigkeiten innerhalb der Türkei: sein Song ›Sayın Başkan‹ (›Herr Präsident‹) trifft einen Nerv der Zeit und wird auf YouTube tausendfach geklickt. Veröffentlichte Anthony Hüseyin bis dahin noch unter seinem gebürtigen Nachnamen, markiert das aktivistische Performance-Projekt ›Playing Possum – My Brothers Might Kill Me‹ den Beginn einer Metamorphose und verstärkten Suche nach nicht-heteronormativer Identität. Sein 2017 erschienenes zweites Album ›The Lucky One‹ verhandelt in acht melancholisch-dunklen, elektro-poppigen Songs mit Jazz-Einsprengseln offen die Geschichte einer enttäuschten Liebe zwischen zwei Männern. Heute fühlt sich der non-binäre Musiker, Performer und Aktivist in der alternativen, queeren Community Berlins beheimatet, wo er sich unter anderem dem QTBIPOC-Drag-Kollektiv House of Living Colors anschloss.

Anthony Hüseyin erhält 2020 eine Förderung in Höhe von 4.500 Euro, um für sein geplantes queeres Konzeptalbum neue Sounds, Synthesizer, Beats, Effekte und Prozessoren zu erproben.

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