Yousef Kekhia

Foto: Fabian Brennecke

»Hal Ard Lamin?« (»Wem gehört diese Welt?«), fragt der syrische Singer-Songwriter Yousef Kekhia auf seinem 2019 erschienenen Debütalbum ›Monologue‹. Der gleichnamige Song ist ein kraftvolles, aber verletzliches Manifest gegen mentale und physische Grenzen, denen Yousef Kekhia Zeit seines Lebens ausgesetzt ist, die ihn vor allem seit Ausbruch der Revolution in Syrien und seiner Flucht aus Aleppo 2013 einengen und in seiner Entfaltung behindern. Als Songwriter und Aktivist, der selbst in Syrien und der Türkei mit Geflüchteten arbeitete, will er mit seinen Songs denjenigen eine Stimme geben, über die so viel geredet, denen aber kaum zugehört wird. Auf ›Monologue‹ vereint Yousef Kekhia zeitgenössische Folk-Musik und elektronische Versatzstücke mit arabischen Texten. Mit der Platte verarbeitet er persönliche Themenfelder: Hoffnung und Depression, Liebe und Enttäuschung, Krankheit und nicht zuletzt das Dasein als Geflüchteter. So wird das Album zum Selbstgespräch des Künstlers, das allerdings bewusst mit der Öffentlichkeit geteilt wird – ein nur scheinbar schizophrener Akt, der ›Monologue‹ zum Dialog avancieren lässt und so eine Diversität an Perspektiven erlebbar macht.

Yousef Kekhia erhält 2020 eine Förderung in Höhe von 3.500 Euro für die Arbeit an seiner kommenden EP.

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